Es ist schon eine ganze Weile her, doch dieser Auftrag ist uns bis heute in Erinnerung geblieben.
Ein Kunde kontaktierte uns und teilte im Vorfeld mit, dass er mehrere Tiere hält. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich nicht nur um drei Katzen handelte, sondern um eine Vielzahl teils exotischer Tiere: Erdmännchen, verschiedene Reptilien, darunter Varane und Leguane, sowie Baby-Zwergäffchen.
Der Kunde erklärte uns, dass er alle Tiere extra wegen unseres Besuchs in seine Wohnung verlegt habe. Normalerweise, so seine Aussage, sei ein Teil der Tiere ausserhalb der Wohnung in speziell dafür vorgesehenen Anlagen untergebracht. Die Wohnung selbst befand sich in Bremgarten, eine zweistöckige Stadtwohnung, die vollständig auf die Unterbringung der Tiere angepasst worden war. Jedes Tier hatte seinen eigenen Bereich, technisch aufwendig und individuell eingerichtet.
Zusätzlich lebte dort auch noch ein Baby – eine Information, die die Situation für uns endgültig kritisch machte.
Der Kunde selbst trat gepflegt auf, trug Anzug, wirkte ruhig und kontrolliert. Doch trotz dieses äusseren Eindrucks war für uns schnell klar: Diese Konstellation überschritt eine Grenze. Aus Verantwortung gegenüber den Tieren, aber auch gegenüber den Menschen in diesem Haushalt, haben wir den Auftrag abgelehnt.
Noch am selben Tag informierten wir umgehend das zuständige Veterinäramt. Bis heute warten wir jedoch auf eine Rückmeldung oder ein Feedback zu unserer Meldung.
Nicht jeder Auftrag sollte angenommen werden. Manchmal ist es wichtiger, Nein zu sagen — aus Verantwortung.